Urs Plangg – »der Heilige Scheisser«: Eine interdisziplinäre Hommage

CHF 50.00

André Blum & Alexandre Métraux

Titel, die das Sakrale mit dem Profanen kurzschließen, sind in Kulturgeschichte meist Warnsignale für eine Kunst, die sich nicht domestizieren lässt. Urs Plangg war eine jener singulären Gestalten, deren Werk sich quer zur glatten Oberfläche des Kunstmarktes stellte und die bürgerliche Moral mit einer fast Rabelais’schen Erdhaftigkeit herausforderte.

Diese interdisziplinäre Hommage versammelt keine gefälligen Nachrufe, sondern wagt eine vielschichtige Annäherung an ein sperriges Lebenswerk, das sich zwischen Satire, Theologie und existentiellem Ernst bewegte. Es ist der Versuch, einer ungezähmten Kreativität gerecht zu werden, indem man sie aus soziologischer und kunsthistorischer Perspektive neu vermisst.

Die solide, handwerkliche Verarbeitung des Bandes gibt diesem widerständigen Inhalt den notwendigen Halt und transformiert die Provokation in ein dauerhaftes Dokument von Zeitgeschichte.

Leseprobe

Taschenbuch
177 Seiten
erschienen am 04.09.2024

Herausgegeben von Prof. Dr. W. F. Kersten
Kunst- und Zeitgeschichte, Band: 1

978-3-03906-060-3

€ (D) 50.00 / sFr 50.00* / € (A) 51.40
* unverb. Preisempfehlung

André Blum & Alexandre Métraux

Titel, die das Sakrale mit dem Profanen kurzschließen, sind in Kulturgeschichte meist Warnsignale für eine Kunst, die sich nicht domestizieren lässt. Urs Plangg war eine jener singulären Gestalten, deren Werk sich quer zur glatten Oberfläche des Kunstmarktes stellte und die bürgerliche Moral mit einer fast Rabelais’schen Erdhaftigkeit herausforderte.

Diese interdisziplinäre Hommage versammelt keine gefälligen Nachrufe, sondern wagt eine vielschichtige Annäherung an ein sperriges Lebenswerk, das sich zwischen Satire, Theologie und existentiellem Ernst bewegte. Es ist der Versuch, einer ungezähmten Kreativität gerecht zu werden, indem man sie aus soziologischer und kunsthistorischer Perspektive neu vermisst.

Die solide, handwerkliche Verarbeitung des Bandes gibt diesem widerständigen Inhalt den notwendigen Halt und transformiert die Provokation in ein dauerhaftes Dokument von Zeitgeschichte.

Leseprobe

Taschenbuch
177 Seiten
erschienen am 04.09.2024

Herausgegeben von Prof. Dr. W. F. Kersten
Kunst- und Zeitgeschichte, Band: 1

978-3-03906-060-3

€ (D) 50.00 / sFr 50.00* / € (A) 51.40
* unverb. Preisempfehlung

  • Wer sich dem Phänomen Urs Plangg nähert, muss die linearen Erzählweisen klassischer Künstlerbiografie verlassen und sich auf ein Geflecht aus Widersprüchen einlassen. Der Beiname »der Heilige Scheisser« deutet bereits auf die zentrale Spannung hin, die diesen Band durchzieht: die radikale Konfrontation von hoher Geistigkeit und kreatürlicher Notwendigkeit.

    Die hier versammelten Beiträge nehmen diese Dualität ernst und nutzen den interdisziplinären Ansatz als methodischen Schlüssel, um Plangg nicht als isolierten Exzentriker, sondern als Symptom und Kritiker seiner Zeit zu lesen. Dabei wird deutlich, dass seine Kunst als Korrektiv in einer Gesellschaft fungierte, die dazu neigt, ihre eigenen Abgründe zu verdrängen.

    Die Autoren analysieren die subversive Kraft des Grotesken in Planggs Schaffen und verorten ihn in einer Tradition, die Wahrheit dort sucht, wo es schmerzt oder irritiert. Dieses Buch ist eine Einladung, den Blick für die Risse in der kulturellen Fassade zu schärfen und zu begreifen, dass die wahre Relevanz eines Künstlers oft erst jenseits der ästhetischen Gefälligkeit beginnt.

    In einer Verlagslinie, die sich der tiefenbohrenden Kulturanalyse verschrieben hat, steht dieses Werk exemplarisch für den Mut zur Lücke im Kanon. Es ist eine Lektüre für jene, die Zeitgeschichte nicht als Abfolge von Daten, sondern als Auseinandersetzung mit den idiosynkratischen Figuren einer Epoche verstehen.

  • André Blum & Alexandre Métraux